Legionelle: Urteil verstärkt das Risiko für Vermieter

3.000 Tote gibt es jährlich durch Lungenentzündung die durch Legionellen versucht wurden. Zehnmal soviele Menschen erkranken an einer Lungenentzündung. Dies schätzt das Umweltbundesamt. Zum Vergleich: Im Straßenverkehr gab es letztes Jahr 3.368 Tote!

Trotzdem verharmlosen die Verbraucherzentralen das Risiko. Für die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern ist es jedoch „sehr unwahrscheinlich“, dass Trinkwasser Legionellen enthält, „denn die Qualität (des Leitungswassers) wird gut überwacht“. (quelle: https://www.vz-nrw.de/werbung-fur-wasserfilter).

Dem entgegen steht die Schätzungen der Gesundheitsbehörden, dass 15 Prozent aller Warmwasseranlagen in Mietshäusern und öffentlichen Gebäuden so stark mit Legionellen befallen sind, dass technische Maßnahmen erforderlich sind.

Nun gibt es ein aktuelle Urteil des BGH (VIII ZR 161/14 vom 06.05.2015)

In dem Fall klagte eine Alleinerbin auf Schadenersatz und Schmerzensgeld, da ihr Vater an einer Lungenentzündung gestorben ist, die durch Legionellen ausgelöst wurde. Die Klägerin vertritt die Auffassung, der Vermieter habe seine Pflichten zur regelmäßigen Kontrolle des Trinkwassers verletzt und dies führte zur Erkrankung des Vaters. Die Vorinstanzen vertraten die Auffassung, die angebliche Pflichtverletzung des Vermieters ließe sich nicht einwandfrei als ursächlich für die Infektion feststellen.

Dem wiedersprach der BGH nun.

In einfachen Worten bedeutet dies: Der direkte ursächliche Zusammenhang zwischen nachgewiesenen Legionellen im Trinkwasser eines Hauses und der Infektion eines Bewohners muss nicht hundertprozentig nachgewiesen werden. Vermieter sind gut beraten, die vorgeschriebenen Legionellenuntersuchungen gewissenhaft durchzuführen.

In einem weiteren Artikel werde ich mich demnächst damit beschäftigen wie man Legionellen beseitigt.

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